Bevor die Bauarbeiten beginnen konnten, wurde der Baugrund systematisch untersucht. Neben der Tragfähigkeit stand auch die Frage im Mittelpunkt, ob Altlasten vorhanden waren. Das Grundstück hatte eine bewegte Geschichte: Nach mehrfach wechselnden Bebauungen wurde es im Zweiten Weltkrieg schwer bombardiert. Die bis zu sechs Meter tiefen Bombentrichter waren in der Nachkriegszeit häufig mit Bauschutt, Trümmern oder sogar Kampfmittelresten verfüllt worden. Kontaminationen waren daher vor allem in den oberen Schichten nicht auszuschließen. Diese Analysen bildeten eine grundlegende Voraussetzung für die weitere Planung und halfen, Risiken zu minimieren.
Notwendig: Baugrunduntersuchungen
Versorgungsleitungen: Was floss unter der Erde?
Unter dem künftigen Bauplatz verlief ein dichtes Netz an Versorgungsleitungen – für Strom, Wasser und Fernwärme. Diese mussten zunächst präzise kartiert, dokumentiert und im Anschluss verlegt oder stillgelegt werden. Dabei war besondere Sorgfalt nötig, da einzelne Leitungen direkt an die benachbarten Gebäude wie die Philharmonie und die Neue Nationalgalerie angeschlossen waren. Erst nachdem alle technischen Systeme neu geordnet waren, konnte das Gelände vollständig freigeräumt und für die eigentliche Baufeldfreimachung vorbereitet werden. Diese Arbeiten waren damit ebenso grundlegend für den späteren Baufortschritt wie die Bodenuntersuchungen selbst.
Baufeldfreimachung ab 2020
Im Jahr 2020 begannen die vorbereitenden Maßnahmen für die Baufeldfreimachung. Ein zentraler Schritt war der Aushub der Baugrube: rund 16 Meter tief und etwa 8 000 m² groß. Bis zum Frühjahr 2023 waren rund 130 000 m³ Erdreich abgetragen und abtransportiert worden.
Zur Sicherung der Baugrube wurde ein wasserdichter Trogverbau eingebracht. Rund 25 Meter tiefe Stahlbetonschlitzwände, etwa 500 Anker und eine Düsenstrahlsohle mit rund 1 000 Mikropfählen stabilisierten den Baugrund und gewährleisteten zugleich den Schutz der umliegenden Bauten wie der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie.
Mit Abschluss dieser Arbeiten war die Grundlage für die Grundsteinlegung am 9. Februar 2024 geschaffen – einem bedeutenden Meilenstein für das Projekt. Die Baufeldfreimachung markierte damit den Beginn der Bauarbeiten für das neue Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum.
Weiterführende Informationen zu Grundsteinlegung, Baufortschritt und zur laufenden Bauphase finden Sie auf der Seite Bauphase.
Was geschah mit den Steinskulpturen am Kulturforum?
Auf dem Baugelände befanden sich Skulpturen aus der Sammlung der Nationalgalerie. Diese wurden vor Beginn der Bauarbeiten abgebaut und eingelagert. Nach Fertigstellung des Neubaus sollen sie an geeigneter Stelle wieder aufgestellt werden.