Mobiles Objekt mit interaktiven und gastronomischen Funktionen im Außenbereich

Die erste Wettbewerbsaufgabe war inspiriert durch den ehemaligen provisorischen Kiosk „Chez Ahmed“ an der Potsdamer Straße am Rande des heutigen Baufeldes. Das Kunst-Objekt soll in der Nähe des Haupteingangs des Museums an die Kiosk-Kultur anknüpfen und die Offenheit und einladende Geste des Hauses noch vor dessen Betreten unterstützen.

Der erstplatzierte Entwurf

Der Entwurf „Untitled 2026 (pad thai vs khao soi)“ von Rirkrit Tiravanija interpretiert das ikonische, modernistische, zerlegbare 6 x 6 Haus von Jean Prouvé in Form eines erweiterbaren, modularen und mobilen Thai-Nudelshops neu. Das kulinarische Programm des Ladens gibt vor, dass neben Getränken und kleinen Snacks immer zwei Gerichte angeboten werden: Pad Thai, der Exportschlager aus dem Westen von Thailand, und Khao Soi, das nordthailändische Gericht schlechthin.

Raum für soziale Interaktion

Die Wettbewerbsjury würdigte den offenen Charakter des Objekts, das nicht nur Kochen als kulturelle Praktik erlebbar macht, sondern auch Raum für soziale Interaktion schafft. Rirkrit Tiravanija überträgt den Gedanken des Neubaus als ein offenes Haus in eine einfache kleine Form, eine einladende Geste, die in einen gelungenen Dialog mit der Museumsarchitektur tritt. Das Gesamtkonzept überzeugte die Jury „in seiner Klarheit und totalen Einheit von Funktion und Form“.

Rirkrit Tiravanija

Rirkrit Tiravanija (geb. 1961, Buenos Aires) ist bekannt für den Einsatz immaterieller, performativer und „relationaler“ künstlerischer Arbeitsweisen. Seine gleichermaßen stark konzeptuell geprägten physischen Werke zeugen von einer kontinuierlichen Beschäftigung mit Propaganda, Literatur und unterschiedlichen kulturellen Kontexten, wobei er häufig auf einfache Materialien zurückgreift. Ausgewählte institutionelle Einzelausstellungen umfassen Rirkrit Tiravanija: A LOT OF PEOPLE, MoMA PS1 (2023); Rirkrit Tiravanija: (who’s afraid of red, yellow, and green), Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D.C. (2019); Fear Eats the Soul, Glenstone Museum, Potomac (2019); Rirkrit Tiravanija: untitled 2012 (a study for Karl’s perfect day) or (the incomparable Karl Holmqvist), Zuecca Project Space, Venedig (2012); Rirkrit

Tiravanija. Just Smile and Don’t Talk, Kunsthalle Bielefeld, Bielefeld (2010); Chew the Fat, Mildred Lane Kemper Art Museum, St. Louis (2009); magazin station no. 5, Artspace, Auckland (2008); Rirkrit Tiravanija: Less Oil More Courage, Fridericianum, Kassel (2009); Hugo Boss Prize 2004: Rirkrit Tiravanija, Solomon R. Guggenheim Museum, New York (2005); Tomorrow Is Another Fine Day, Serpentine Gallery, London, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, Paris und Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam (2005, 2004); untitled, 2002 (he promised), Secession, Wien; untitled (oVERSTATION), Kunsthall Oslo, Oslo (2001) und untitled, 2001 (Demo Station no. 1), Portikus, Frankfurt am Main (2001). Tiravanija wuchs in Thailand, Äthiopien und Kanada auf. Er lebt und arbeitet in New York, Berlin und Chiang Mai.

Der 2. Preis

Den zweiten Preis teilen sich Marjetica Potrč mit dem Entwurf einer Verkaufsautomaten-Installation „Bleib Locker (Stay Loose)“ und Calla Henkel & Max Pitegoff mit ihrem Entwurf einer vielseitig einsetzbaren Container-Bar „Hours“.